08. Juni 2015 · Kommentare deaktiviert für Reisen in Indien – Tipps und Tricks · Categories: Allgemeine Informationen für Freiwillige, Freiwilligendienste, Freizeitbeschäftigung

Die Planung:

  • cleartrip.com: Über diese Seite lassen sich gut Züge (und auch Flüge) buchen. Die Handhabung ist einfach, ein kleiner Aufpreis gegenüber der Buchung direkt bei IRCTC (um direkt bei IRCTC zu buchen wird eine indische Kreditkarte benötigt) wird verlangt, die Stornierung und Rückerstattung erfolgt problemlos
  • 90di.com: Seite, auf der man sich über Zug und Busverbindungen informieren kann, ist je nach Region mehr oder weniger hilfreich
  • tripadvisor.com

Die Züge

Das Zugsystem in Indien ist sehr gut ausgebaut. Folgende Klassen gibt es in den Zügen:

  • Second Sitting: unterste Klasse, nur Sitzplätze, nicht klimatisiert
  • Sleeper: offene Abteile mit jeweils 2*3 Betten quer zur Fahrtrichtung und 2 Betten längs zur Fahrtrichtung. Untertags wird das unterste Bett als Sitzgelegenheit genutzt (mit dem mittleren Bett als Lehne), abends wird das mittlere Bett hochgeklappt und jeder hat seine eigene Liege, nicht klimatisiert, keine Bettwäsche oder Kissen (es lohnt sich ein Laken oder Schlafsack-Inlet/Hüttenschlafsack mitzunehmen)
  • AC 3: Wie Sleeper, aber klimatisiert. Bettwäsche, Kissen und Decke wird bereitgestellt
  • AC 2: Wie AC 3, aber mit jeweils nur 2 Betten übereinander, Abteile werden durch einen Vorhang abgetrennt
  • AC 1: Eigenes, abschließbares Abteil mit 2 Betten. AC 1 gibt es nicht auf allen Strecken

Zugtickets können ab 3 Monate im Voraus gebucht werden. Es lohnt sich, Tickets früh zu kaufen da einige Strecken oft schnell ausgebucht sind. Sollten die „General Quota“, die Zugtickets im Voraus, schon verkauft sein, kann man sich ein „Waitlist-Ticket“ kaufen. Sollten Plätze frei werden rutscht man auf der Waitlist nach oben und ergattert so eventuell noch einen „confirmed“ (bestätigten) Platz. Ob und von welchem Platz der Waitlist man Chancen hat auf ein richtiges Ticket hängt stark von Zug und Strecke ab. Mit einem Waitlist-Ticket darf man den Zug nicht betreten! Der Preis des Waitlist-Tickets wird nach Abfahrt des Zuges komplett rückerstattet. Zwischen einem confirmed-Ticket und einem Waitlist-Ticket gibt es noch den Status RAC (reservation against cancellation). Mit einem RAC-Ticket darf man den Zug betreten, hat aber nur einen Sitzplatz und keine Liege (d.h. 2 RAC-Tickets teilen sich eine Liege). Eine Möglichkeit kurzfristig noch an ein Ticket zu kommen ist die Buchung von sogenannten „Tatkal“-Tickets. Ein gewisser Prozentsatz an Tickets wird nicht im Voraus verkauft, sondern ist erst am Tag vor Abfahrt des Zuges zu buchen. „Tag vor Abfahrt des Zuges“ bezieht sich auf die Abfahrt vom Ursprungsbahnhof, und nicht wann ihr zusteigt! Um 10Uhr früh öffnet der Tatkal-Ticket Verkauf für die Züge des nächsten Tages auf first-come-first-serve Basis. Tatkal-Tickets lassen sich auch über Cleartrip buchen. Für Tatkal-Tickets muss man einen Aufpreis zahlen, sie sind aber immer bestätigte Tickets. Eine weitere Möglichkeit für ein Ticket besteht in der sogenannten „Tourist-Quota“. Diese könnt ihr aber nur in Anspruch nehmen, wenn ihr ein Touristenvisum für Indien besitzt.

Wer sein Ticket über cleartrip bucht bekommt eine Bestätigungs-SMS geschickt. Diese ersetzt das Ticket. Meist reicht es auch, dem Schaffner seinen Namen zu sagen (und den Ausweis zu zeigen).

Die Internetseite www.seat61.com/India.htm bietet umfangreiche Informationen und Fotos zur Zugfahrt in Indien.

Nützliche Dinge auf der Zugfahrt: Laken oder Hüttenschlafsack (Sleeper), Kissen (Sleeper), Oropax, Taschenlampe, Kette mit Schloss um das Gepäck anzusperren

Reiseziele

Die genannten Reiseziele sind Orte, die ich bereits selber besucht habe und weiterempfehlen kann. Die Liste soll Ideen liefern. Weitere Informationen findet ihr in euren Reiseführern, bei anderen Freiwilligen und natürlich im Internet.

Strände

Strände, an denen man sich als Frau auch im Bikini hinlegen kann, findet man vor allem in Goa. Auch der Strand in Varkala (Kerala) ist sehr touristisch und bietet damit diese Möglichkeit.

Städte

  • Hyderabad (Telangana)
  • Mumbai (Maharashtra)
  • Neu Delhi
  • McLeod Ganj (Himachal Pradesh)
  • Madurai (Tamil Nadu)
  • Mysore (Karnataka)
  • Cochin (Kerala) – alle 2 Jahre findet dort eine große Kunstaustellung (Bienale) statt

Sehenswürdigkeiten

Hampi (Karnataka): in Indien auch bekannt als Vijayanagar, antike Stadt

Mandu (Madhya Pradesh): antike Stadt, wenig touristisch, besonders schön nach dem Monsun

Bhimbetka (Madhya Pradesh): steinzeitliche Felsenmalereien, schön gelegen

Sanchi (Madhya Pradesh): buddhistische Stupas, gehören zu den ältesten, noch existierenden Stupas

Brihadishvara Temple (Big Temple, Thanjavur, Tamil Nadu): der schönste Tempel den ich in Indien gesehen habe, Thanjavur bietet allerdings sonst nicht viel (eignet sich daher nur zur Durchreise)

Goldener Tempel (Amritsar, Punjab): Das Heiligtum der Sikhs im Herzen von Amritsar gelegen, beeindruckender Tempel mit toller Atmosphäre, man kann im Tempel auch kostenlos schlafen und essen

Ellora und Ajanta Caves (Maharashtra): Die beiden Höhlensysteme Ajanta und Ellora liegen in der Nähe von Aurangabad. Ajanta besitzt die älteren, fast ausschließlich buddhistischen Höhlen, in denen noch zu großen Teilen die Wandmalereien erhalten sind. Zusätzlich sind die Höhlen von Ajanta schön in der Natur gelegen. Die Höhlen von Ellora sind jünger als die von Ajanta und es gibt buddhistische, hinduistische und jainistische Höhlen. Die Höhlen von Ellora sind nicht bunt, zeichnen sich jedoch durch ihre beeindruckende Steinmetzkunst aus.

Rock Garden (Chandigarh und Kerala): Der Rock Garden in Chandigarh ist ein 160 000 m² großer Skulpturgarten, welcher komplett aus Weggeworfenen besteht. Sein Erschaffer, Nek Chand, ist leider vor kurzem (12.Juni 2015) verstorben. Es gibt einen weiteren, kleineren Garten in Kerala. Mehr Infos gibt es hier: www.nekchand.com

Natur

Pench National Park (Madhya Pradesh)

Periyar Tiger Reserve (Kerala): bieten 2-3 Tagestrecks durch den Nationalpark an, geführt von ehemaligen Wilderern die in einem Programm zu Guides umgeschult wurden (Achtung! Nur vor Ort oder über die offizielle Internetseite der Periyar Tiger Reserve buchen!)

Munnar (Kerala): Teeplantagen, Gewürzplantagen und Berge

Wayanad National Park (Kerala)

Manali (Himachal Pradesh): Berge (Tipp: ich war nicht im touristisch überlaufenen Manali sondern bin kurz vorher in Naggar geblieben)

Backwaters (Kerala): Anstatt sich ein teures Hausboot zu mieten, welches nur auf den großen Kanälen schippern darf und bereits um 5 Uhr abends für die Nacht Anker legen muss, kann man sich z. B. ein Kanu mieten oder eine kürzere Strecke (z.B. zwischen Kottayam und Allapuzha) mit der öffentlichen Fähre fahren

 

Alle oben genannten Infos auch nochmal als PDF-Dokument: Reisen in Indien